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2017: Jahr der Wetter-Extreme

Das ausklingende Jahr war gekennzeichnet von Gewittern, Hagel, Frostnächten und Schnee, fassen die Landesmeteorologen zusammen.

Die Temperaturen lagen um ein halbes bis ein Grad Celsius über dem langjährigen Durchschnitt und damit auf ähnlichem Niveau wie jene des Vorjahres, heißt es aus dem Landeswetterdienst: Acht von zwölf Monaten waren zu warm, drei – Jänner, September, Dezember – verliefen kälter als sonst. Temperaturmäßig ausgeglichen war hingegen der November.

Die höchste Temperatur des Jahres wurde am 24. Juni mit 37 Grad Celsius in Bozen gemessen. Am kältesten war es am 16. Jänner in Welsberg mit minus 21 Grad.

Das Jahr hat zwar trocken begonnen, ein gewitterreicher Sommer, ein nasser September und ein schneereicher Dezember sorgten aber bis zum Schluss für einen leicht überdurchschnittlichenJahresniederschlag, resümieren die Landesmeteorologen. Nur im Raum Schlanders regnete es um 20 Prozent weniger als hier üblich.

Ungewöhnlich waren heuer nicht nur die Anzahl der sommerlichen Gewitter, sondern auch die heftigen Hagelschläge, geht aus dem Jahresbericht des Landeswetterdienstes hervor.

Kennzeichen des Jahres

Trockener Winter: Nur einmal hat es im Winter 2016/2017 bis in sämtliche Täler geschneit, und zwar am 13. Jänner.

Frostnächte im April: Der Frühling verlief ungewöhnlich warm. Aus diesem Grund setzte nicht nur die Vollblüte der Apfelbäume so früh ein wie noch nie seit Messbeginn, sondern auch die Vegetation anderer Obstsorten war bereits extrem fortgeschritten. Mitte April ereignete sich ein massiver Kälteeinbruch mit den tiefsten Temperaturen in der Nacht vom 20. auf 21. April. Mit verschiedenen Methoden wie Frostschutzberegnung, Feuerstellen, Paraffinkerzen, Hubschrauberflüge etc. wurde versucht, dem Nachtfrost entgegen zu treten, doch die Schäden in der Landwirtschaft waren zum Teil enorm.

Unwetter-Sommer: Dieser Sommer war außergewöhnlich gewitterreich, das Südtiroler Blitzortungssystem hat 100.000 Blitzeinschläge registriert, das ist der mit Abstand höchste Wert seit Messbeginn im Jahr 2007. Im Zuge der Gewitter ereigneten sich auch ungewöhnlich heftige Hagelschläge, verteilt über alle drei Sommermonate und in allen Bezirken. Die größten Schäden durch Hagel gab es durch eine Unwetterserie am 9., 10. und 11. August. In Buchholz bei Salurn wurden Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu sieben Zentimetern gemessen. Schwer getroffen wurde unter anderem am 5. August auch das Pustertal, besonders die Gemeinde Prags. Die Wetterstation in Toblach hatte dabei innerhalb von drei Stunden 65 Millimeter Niederschlag aufgezeichnet, eine solche Summe wurde hier in den vergangenen 30 Jahren noch nie gemessen. Die hohe Gewittertätigkeit spiegelte sich auch in den Niederschlagsdaten wieder. Anders als im Rest Italiens war der Sommer in Südtirol überdurchschnittlich nass.

Herbst mit zwei Gesichtern: Auf einen nasskalten September folgte ein ausgesprochen trockener und sonniger Oktober.

Früher Winterbeginn: Vom 10. auf 11. Dezember schneite es nicht nur erstmals bis in sämtliche Täler, sondern es setzte auch gefrierender Regen ein. Der Temperaturanstieg mit Plusgraden in mittleren Höhenschichten trat dabei so schnell ein, dass die Luft bodennah noch frostig war, während die Schneefallgrenze sprunghaft anstieg. So regnete es in einigen Landesteilen noch stundenlang trotz Minusgrade. Ein solches Phänomen tritt im gebirgigen Südtirol nur selten auf und schon gar nicht so verbreitet und ausgeprägt wie heuer, erklären die Landesmeteorologen.

(LPA- WETTERDIENST- TRV)