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Klimareport der EURAC: Klimawandel in Südtirol deutlich spürbar

Mehr als 20 Wissenschaftler von Eurac Research – Klimaforscher, Biologen, Soziologen und Ingenieure – haben über ein Jahr lang Daten gesammelt und ausgewertet. Dabei arbeiteten sie eng mit mehr als 30 Experten der öffentlichen Verwaltung zusammen.

Das Ergebnis ist ein umfassender Report über den Klimawandel in Südtirol, seine Ursachen und die Auswirkungen auf Natur und Gesellschaft: auf Gletscher, Wasser, Flora und Fauna, Boden und Naturgefahren, auf Landwirtschaft und Tourismus, Siedlungen, Gesundheit und Verkehrsinfrastrukturen. Außerdem geben die Forscher konkrete Handlungsempfehlungen.

BERICHT MIMA vom 17. April (Karin Köhl): KLIMAREPORT 

1. MIMA     

 

Wenn unsere Emissionen in den nächsten Jahrzehnten nicht sinken, könnten die Sommertemperaturen in Südtirol bis zum Jahr 2100 um 5°C steigen; auf 1500 Metern wird Schätzungen zufolge bis zu 90% weniger Schnee fallen, was bedeutet, dass im Sommer immer weniger Wasser zur Verfügung steht. Jede Veränderung zieht wieder andere nach sich, es kommt zu einer Verkettung der Auswirkungen, die in den verschiedensten Bereichen spürbar werden: In der Land- und Forstwirtschaft beispielsweise begünstigen höhere Temperaturen die Ausbreitung von Schädlingen, außerdem kann der wachsende Wasserbedarf für die Bewässerung zu Konflikten mit anderen Sektoren führen. Extreme Wetterereignisse wie Starkregen oder schwere Gewitter können ebenfalls zunehmen. Die Schlammlawine, die im Sommer 2017 einen Zug im Oberpustertal blockierte, oder die Überschwemmungen in Bozen während der Gewitter im April des gleichen Jahres sind nur ein Vorgeschmack auf das, was uns in Zukunft häufiger erwarten könnte.

Das pessimistischste Zukunftsszenario, das die Forscher analysieren, geht von unveränderten Emissionen aus. Doch auch wenn die Emissionen ab 2040 sinken sollten, würde das die beschriebenen Auswirkungen zwar abmildern, jedoch nicht verhindern. „Wir können das Klima nicht exakt vorhersagen.

Als wichtiges Instrument zur Beobachtung von Klimawandel und Klimafolgen wurden im Bericht mehr als 20 Indikatoren eingeführt, – mit deren Hilfe auch in Zukunft die Entwicklung genau beobachtet und die Wirkung von Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen erfasst werden kann – Beispiele sind die Anzahl der Frostnächte und Tropennächte, die Schneebedeckung oder die Längenveränderung der Gletscher.

Was tut Südtirol für den Klimaschutz? Welche Strategien im Umgang mit dem Klimawandel gibt es? Im Report analysieren die Forscher verschiedene positive Initiativen wie die KlimaHaus-Zertifizierung oder das Programm Green Mobility, das Elektrofahrzeuge subventioniert, aber auch umfassendere strategische Pläne wie den Klimaplan „Energie Südtirol 2050“, der das ehrgeizige Ziel setzt, die CO2-Emissionen pro Kopf um etwa zwei Drittel zu reduzieren. 

HIER gehts zum Klimareport 2017.