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Milchwirtschaft: Auf Nachhaltigkeit setzen und Kreisläufe optimieren

Mit den Obmännern der Milchhöfe Südtirols und der Direktorin des Sennereiverbandes hat sich Agrarlandesrat Schuler zu Austausch und Standortbestimmung getroffen

 

Rund 70 Prozent der milchviehhaltenden Betriebe in Südtirol sind Nebenerwerbsbetriebe. Die Vollerwerbsbetriebe in der Berglandwirtschaft sind im Laufe der Zeit größer geworden, weil kleinere Betriebe aufgelassen wurden. Gemeinsam mit den Vollerwerbsbetrieben bilden sie das Rückgrat der Milcherzeugung Südtirols und tragen gleichzeitig zum Erhalt des Landschaftsbildes und damit zum Erfolg des Tourismus bei. Ohne die im Durchschnitt kleinen Bergbauernbetriebe wäre beides nicht möglich.

 

Grundsätzlich, wurde bei der Aussprache festgestellt, herrsche unter Südtirols Milchbauern Zufriedenheit. “Der Milchmarkt”, erklärte Landesrat Schuler, “stellt uns mit seiner Unberechenbarkeit vor große Herausforderungen, die aber mit Planung und Weitsicht gemeistert wurden; um auch weiterhin Erfolge und stabile Auszahlungspreise zu garantieren, ist ein koordiniertes und gemeinsames Vorgehen notwendig.”

Die Investitionen der Milchwirtschaft im Zeitraum von 2014 bis 2020 belaufen sich auf über 100 Millionen Euro, ein Drittel wird aus Mitteln der Ländlichen Entwicklung gefördert. Ein Bereich, in den in den kommenden Jahren verstärkt investiert wird, ist jener des Tierwohls, wo große Investitionen anstehen.

 

Ganz entscheidend seien zukünftig Differenzierung und Innovation, unterstrich Landwirtschaftslandesrat Arnold Schuler: Es gelte, am Markt Produkte anzubieten, die sich von anderen abheben. Die Besonderheit unserer Landwirtschaft solle am Markt als Chance platziert werden. Denn dadurch “unterscheiden sich Südtiroler Betriebe eindeutig vom europäischen Mainstream”.

 

Südtiroler Joghurt ist sehr beliebt in Italien: Der Südtiroler Anteil am italienischen Joghurtmarkt ist erneut um weitere zehn Prozent auf derzeit rund 50 Prozent des italienischen Jogurthmarktes angestiegen. Es müssen, hieß es bei dem Treffen im Felsenkeller der Laimburg, allerdings auch die Mengen produziert werden, die der Markt verlangt, da sich andernfalls Handelsketten Lieferanten aus dem Ausland suchen. Käse wird in Zukunft ohne ein bestimmtes Enzym produziert werden; der Konservierungsstoff Lysozym verhindert die Spätblähung beim Käse. Im Sinne des naturnahen Produzierens wird auf Enzyme verzichtet. Heumilch soll sich als Südtiroler Produkt etablieren und am italienischen Markt als typisches Südtirol-Produkt weiter etabliert werden.