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Verbraucherzentrale will Sparkasse verklagen

Wie anlässlich einer Medienkonferenz im Juli bereits bekannt gegeben, erwägt die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS), eine Class Action gegen die Südtiroler Sparkasse anzustrengen, in Bezug auf die Platzierung von bankeigenen Aktien anlässlich der Kapitalerhöhung von 2012. Die Verbraucherzentrale Südtirol hat den Informationsprospekt der Kapitalerhöhung von 2012, über welchen der Verkauf der Aktien an die SparerInnen erfolgte, einem unabhängigen Analysten und RA Massimo Cerniglia zur Untersuchung übergeben. Bei dieser Überprüfung wären schwerwiegende Unregelmäßigkeiten und Nichterfüllungen von Seiten der Sparkasse im Rahmen der Platzierung ans Licht gekommen (siehe auch Medien-Information vom 14. Juli 2017).

Eine solche Sammelklage ist aber nur durchführbar, wenn eine ausreichende Anzahl von SparerInnen daran teilnimmt (an die tausend). Daher der erneute Aufruf an alle Betroffenen, sich zu melden, und innerhalb 15. November 2017 der Sparkasse einen Brief zukommen zu lassen, mit welchem die Verjährungsfrist unterbrochen wird und man von der Sparkasse einen Schadenersatz verlangt (Musterbrief siehe Homepage der VZS).

Es ist davon auszugehen, dass es einige tausend Betroffene gibt: die Sparkasse hatte 2012 nämlich Aktien an 5.020 Altaktionäre sowie 5.916 neue Aktionäre verkauft. Der Gegenwert der Aktienplatzierung beläuft sich auf fast 100 Millionen Euro!

 

Die Details mit Dr. Rainhard Bauer hier zum nachhören:

1. VZS - Sammelklage gegen Sparkasse     

 

Der damalige Verkaufspreis betrug 210 € je Aktie; heute, nur 4 Jahre später, ist der Wert um fast 50% gesunken. Der neue offizielle Wert, wie ihn die Sparkasse mitteilt, ist 12,50 € je Aktie, wobei ein Verhältnis von 10 neuen Aktien für 1 alte Aktie zu berücksichtigen ist, da im April 2015 ein Aktiensplit vorgenommen wurde. Der Mindestverhandlungspreis liegt bei 10 Euro, der höchste bei 20 Euro. Soweit uns bekannt ist, wurden Aktien auch um 10 Euro verkauft.

Unmittelbar nach Abschluss der Kapitalerhöhung beschloss der Verwaltungsrat der Bank am 21.12.2012 eine Änderung des Systems beim Aktienhandel: es wurden Höchstgrenzen für den Verkauf der Aktien eingeführt, und man konnte mit einem Verkaufsauftrag maximal 500 Aktien verkaufen. Dies sagt wohl einiges über die Bank aus: nach einem freundlichen „Hereinspaziert!“ wurde praktisch die Tür hinter den Aktionären abgesperrt, um deren Verbleiben sicherzustellen.

Dies zog nicht nicht nur den mehr als halbierten, heutigen Wert der Aktien nach sich, sondern führte auch dazu, dass die Aktien nur schwer liquidierbar sind, und man bei Verkauf schwere Verluste erleidet, mit allen entsprechenden Nachteilen und Einschränkungen für die Aktienbesitzer.

(Text: VZS / Audio: TRV)